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"Willkommen in Ihrer Heimat Regensburg, Heiliger Vater"

Mit großer Freude gehen wir dem segensreichen Ereignis des Besuches unseres Heiligen Vaters, Papst Benedikt XVI., in diesem Jahr in unserer Diözese entgegen. Um dem Heiligen Vater einen würdigen Empfang zu bereiten, reicht es nicht aus, die rein organisatorischen Fragen geklärt zu haben, die für einen reibungslosen Ablauf notwendig sind. Vielmehr muss es unser tiefes Anliegen sein, im ganzen Bistum, in allen Pfarreien, Wallfahrtsorten, in den katholischen Vereinen und Verbänden sich geistlich und theologisch auf die Begegnung mit dem Nachfolger Petri, dem Bischof von Rom, vorzubereiten.

Nach den Worten des Zweiten Vatikanischen Konzils ist der Heilige Petrus zusammen mit seinen Nachfolgern von Christus berufen worden, um ein immerwährendes und sichtbares Prinzip und Fundament der Glaubenseinheit und der Gemeinschaft der Kirche zu sein (Lumen Gentium 18). Papst Benedikt XVI. kommt als der universale Hirte der Kirche zu uns, um uns die ewig gültige Botschaft Jesu Christi zu verkünden, uns seinen Segen zu spenden und uns in unserem Glauben zu bestärken. Nehmen wir diese Geste des Segens und der Verkündigung an. Denn in der Botschaft Jesu Christi begegnen wir nicht nur einer Lehre, sondern Jesus Christus selbst, der vom Vater gesandt wurde, um allen Menschen das Heil zu bringen.

An dem Tag, den der Heilige Vater in Regensburg verbringen wird, haben wir die wunderbare Gelegenheit mit ihm auf dem Islinger Feld die Feier von Tod und Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus – die Eucharistie – zu feiern. Wir laden zu diesem großem Zeugnis unseres Glaubens alle Gläubigen herzlich ein. Aber mit Regensburg sind noch weitere Programmpunkte verknüpft. Mit der Begegnung mit Wissenschaftlern und Studenten an der Universität erinnert der Heilige Vater selbst an sein Wirken als Professor, also an die Zeit, in der sein wissenschaftlich-theologisches Denken so viele Studierende begeisterte.

Eine wichtige Station in Regensburg wird das gemeinsame Gebet mit den evangelischen und orthodoxen Christen, das im Dom stattfinden wird, sein. Für Papst Benedikt XVI. ist die Ökumene eine bleibende Verpflichtung, die sich aus dem Auftrag Jesu ergibt. Das gemeinsame Gebet zum Herrn Jesus Christus wird leuchtendes Zeichen für die Verantwortung für die Einheit der Kirche.

Nutzen wir die Zeit der Vorbereitung zu einer wirklichen geistlichen Erneuerung unserer Diözese sowie unserer ganzen Heimat, denn nur daraus erwächst die bleibende Dynamik einer Neuevangelisierung sowie die Erfahrung der Gemeinschaft der Kirche als Communio der Liebe, in der wir uns in unserem Glauben bestärkt wissen und in der wir die Kirche als unsere eigentliche Heimat entdecken.
Heißen Sie mit mir den Heiligen Vater in Regensburg herzlich willkommen und bereiten ihm einen würdigen und freudigen Empfang!


Gerhard Ludwig Müller

Bischof von Regensburg